Der Wallfahrstort

Klueschen Hagis

und seine Geschichte


Zwischen 1100 und 1300 entstand im Waldtale am Fusse des Gleichensteins eine Siedlung "Neuenhagen". Das Dorf dürfte um die Mitte des 14. Jahrhunderts etwa 100 Einwohner umfasst haben, wo heute noch die Wallfahrtskiche steht. Als die wenigen Einwohner im ausgehenden Mittelalter ihr Dort verliessen und in die nächsten Ortsscahften zogen, wo sie günstiger leben, arbeiten und wohnen konnten, blieb das Kirchlein stehen.
Hagis wurde zu einem beliebten Wallfahrtsort. In den Reformationswirren des 16. Jahrhunderts hat die Wallfahrt sicher gelitten. Aber bald wieder wird von grossen Zahlen von Wallfahrern berichtet. Die Kapelle wurde bald erneuert und erweitert. Die steinerne Kanzel an der Aussenmauer trägt die Jahreszahl 1614.
1573 - 1615 hat sich ein Einsiedler oder "Klausner" beim Kichlein niedergelassen. Der 30jährige Krieg brachte über das Klueschen Hagis und die Wallfahrten neue Not. Es wurde verwüstet und ausgeraubt. Bald nach dem Krieg blühte das kirchliche Leben und die Wallfahrten wieder auf. Seit 1652 hatte das Kirchlein einen eigenen Geistlichen. 1735 hatte die Pfarrei Hagis noch 50 Seelen.
In den Jahren 1751-1771 wurde die Wallfahrtskapelle gründlich erneuert. Diese Renovierung kam fast einem Neubau gleich. Die beiden aus jener Zeit stammenden Barockbeichtstühle tragen die Jahreszahl 1780.
1790 hatte die Pfarrei Hagis nur noch 15 Seelen. Der letzte Pfarrer von Hagis, Karl Digmann, starb 1820. Seither wird Hagis von Wachstedt betreut. Von Mitte Mai bis Oktober findet an Sonntagen um 10.00 Uhr ein im allgemeinen ausserordentlich gut besuchter Gottesdienst statt.
Am Fest Maria Heimsuchung, 2. Juli bzw. an dem darauf folgenden Sonntag und Montag sind die eigentlichen "Klueschentage".
Sei 1957 ist Hagis der Ort der grossen Männerwallfahrt.

Aus der Zeit vor dem 1. Weltkrieg stammt das über dem Südportal der Kapelle aussen angebrachte steinerne Reliefbild, welches das jüngste Gericht darstellt.
Die bunten Fenster im Altarraum wurden nach Entwürfen des Kirchenmalers Richwien angefertigt. In den letzten Jahren wurde das Klueschen völlig neu gestaltet.
Das gotische Gnadenbild aus dem 14.-15. Jahrhundert fand in der Apsis hinter dem Altar einen bevorzugten Platz.
Eine zweite Pieta aus dem ausgehenden Mittelalter stammt aus einer kleinen Kapelle, die früher am alten Pfarrhaus angebaut war.
Die Kirche besitzt noch eine weitere Marienfigur an der rechten Seite, eine sogenannte "liebliche Madonna", die der Spätgotik entstammt.
Beim Betreten der Kirche fällt unser Blick auf eine wertvolle "Anna-Selbdritt-Figur".
Der Corpus des Hängekreuzes über dem Altar ist eine Leihgabe des Bischofs von Erfurt.
Die jüngste Renovierung wurde im Jahre 1987 durch die Firma Walter Kruse Kreuzebra durchgeführt.



Stand: 22.09.2001

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